Wie lange dauert eine MPU? Die Antwort hängt an drei Zeitspannen, die oft durcheinandergebracht werden: dem Untersuchungstag selbst, der Wartezeit auf das Gutachten und der Vorlaufzeit für die Nachweise. Der Untersuchungstag ist dabei die kürzeste davon, und wer nach der MPU-Dauer sucht, meint meistens eine der beiden anderen.
Ich habe knapp 13 Jahre an einer amtlich anerkannten Begutachtungsstelle gearbeitet und über 8.000 MPU-Gutachten selbst erstellt. Der folgende Zeitplan beschreibt, wie es dort tatsächlich läuft.
Der Untersuchungstag: meist drei bis vier Stunden
Die MPU ist kein Termin von zwanzig Minuten. Sie besteht aus mehreren Teilen, die an einem Tag hintereinander stattfinden.
- Fragebogen und Anmeldung. Meist zu Beginn, rechnen Sie mit einer halben Stunde.
- Medizinische Untersuchung. Körperliche Untersuchung und je nach Fragestellung eine Blutentnahme.
- Leistungstest am Rechner. Geprüft werden Reaktion, Aufmerksamkeit und Konzentration. Dieser Teil fällt nicht bei jeder Fragestellung an.
- Das psychologische Gespräch. 45 bis 60 Minuten, und der Teil, über den das Ergebnis entschieden wird.
Zwischen den Teilen entstehen Wartezeiten, weil mehrere Personen parallel untersucht werden. Planen Sie den halben Tag ein und legen Sie nichts direkt danach. Welche Begutachtungsstelle Sie ansteuern, ändert am Ablauf wenig.
Wie lange dauert es, bis das Gutachten vorliegt?
In der Regel vergehen nach dem Untersuchungstag zwei bis vier Wochen, bis das Gutachten fertig ist. Die Begutachtungsstelle nennt Ihnen am Termin einen konkreten Zeitrahmen, und daran können Sie sich meist orientieren.
Das Gutachten geht zuerst an Sie, nicht an die Behörde. Sie entscheiden, ob Sie es einreichen. Fällt es negativ aus, erfährt die Fahrerlaubnisbehörde davon nichts, solange Sie es nicht vorlegen.
Das Gutachten dauert lange, ist das ein gutes Zeichen?
Diese Frage wird mir oft gestellt, und die ehrliche Antwort lautet: nein, sie sagt nichts. Aus der Bearbeitungsdauer lässt sich das Ergebnis nicht ablesen, weder in die eine noch in die andere Richtung.
Dass es länger dauert, hat fast immer organisatorische Gründe: Gutachten durchlaufen eine Qualitätssicherung im Vier-Augen-Prinzip, Befunde müssen manchmal beim Labor nachgefragt werden, und in Urlaubszeiten staut es sich. Ein positives Gutachten kann nach drei Tagen fertig sein, ein negatives nach vier Wochen, und umgekehrt genauso.
Wenn die genannte Frist deutlich überschritten ist, rufen Sie einfach an und fragen nach. Das ist üblich und wird niemandem übelgenommen.
Die längste Zeitspanne: die Nachweise
Hier liegt der eigentliche Zeitfaktor. Wird in Ihrem Fall ein Abstinenznachweis verlangt, richtet sich der Termin nach dessen Laufzeit. Je nach Vorgeschichte sind das sechs oder zwölf Monate, in denen regelmäßig kontrolliert wird. Diese Zeit lässt sich nicht abkürzen, und sie beginnt erst mit der ersten Probe.
Daraus folgt das Wichtigste an diesem ganzen Zeitplan: Klären Sie so früh wie möglich, ob Sie überhaupt einen Nachweis brauchen und welchen. Wer damit ein halbes Jahr zu spät anfängt, wartet auch ein halbes Jahr länger auf den Führerschein. Bei einer MPU wegen Alkohol gelten dabei andere Maßstäbe als bei einer MPU wegen Drogen.
Dazu kommt je nach Fall eine gerichtlich festgesetzte Sperrfrist. Vor deren Ablauf wird die Fahrerlaubnis nicht neu erteilt, unabhängig davon, wie gut Ihr Gutachten ausfällt.
Wie lange dauert eine MPU-Vorbereitung?
Im Schnitt 6 bis 12 Wochen. Wie schnell es geht, hängt vom Anlass ab und davon, wie intensiv Sie zwischen den Terminen mitarbeiten. Das Gute daran: Diese Wochen lassen sich in die Abstinenzzeit legen, sie kommen also meist nicht obendrauf. Was dabei im Einzelnen passiert, steht auf der Seite zur MPU-Vorbereitung.
Ein realistischer Zeitplan
Ohne Abstinenznachweis sind Sie von der Entscheidung bis zum fertigen Gutachten meist in drei bis vier Monaten durch. Mit einem zwölfmonatigen Nachweis wird daraus gut ein Jahr. Die MPU selbst ist an beiden Zeitplänen der kleinste Posten.
Wer wissen will, welcher der beiden Pläne für ihn gilt, braucht dafür kein langes Verfahren. Meist reicht ein Blick auf den Anlass und die Akte.
Ihren Zeitplan klären
Im kostenlosen Erstgespräch von etwa 20 Minuten ordne ich Ihren Anlass ein und sage Ihnen, mit welchem Zeitraum Sie rechnen müssen und wann Sie womit anfangen sollten. Danach entscheiden Sie in Ruhe.
Unverbindlich und vertraulich. Als Diplom-Psychologin unterliege ich der Schweigepflicht.