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MPU wegen Punkten bestehen: Vorbereitung von einer ehemaligen Gutachterin

MPU wegen Punkten trifft fast immer Menschen, die sich selbst nicht für Verkehrssünder halten. Acht Punkte in Flensburg entstehen selten aus einem groben Fehler, sondern aus vielen kleinen: zweimal geblitzt auf der immer gleichen Pendelstrecke, das Handy in der Hand, ein zu knapper Abstand. Genau das macht die Begutachtung schwierig, denn es gibt kein einzelnes Ereignis, an dem sich eine Einsicht festmachen ließe.

Ich habe knapp 13 Jahre an einer amtlich anerkannten Begutachtungsstelle gearbeitet und über 8.000 MPU-Gutachten selbst erstellt. Auf dieser Seite steht, wann die Behörde bei Punkten eine MPU verlangt und was Sie bis zum Termin belegen können müssen.

Ab wann die Behörde bei Punkten eine MPU anordnet

Das Fahreignungs-Bewertungssystem hat feste Stufen (§ 4 Abs. 5 StVG): Bei vier oder fünf Punkten ermahnt die Fahrerlaubnisbehörde schriftlich, bei sechs oder sieben verwarnt sie, bei acht oder mehr Punkten gelten Sie als ungeeignet und die Fahrerlaubnis wird entzogen. Eine MPU steht in diesen Stufen nicht. Sie kommt danach.

Wer die Fahrerlaubnis wegen acht Punkten verloren hat, darf frühestens sechs Monate später eine neue beantragen. Zum Nachweis, dass die Eignung wiederhergestellt ist, ordnet die Behörde dann in der Regel ein Gutachten einer Begutachtungsstelle an (§ 4 Abs. 10 StVG). Auf die Frage, ab wie vielen Punkten eine MPU kommt, lautet die Antwort also: nicht bei acht Punkten, sondern bei der Neuerteilung danach.

Unabhängig vom Punktestand kann die Behörde eine MPU schon bei einem erheblichen Verstoß oder bei wiederholten Verstößen gegen verkehrsrechtliche Vorschriften anordnen (§ 11 Abs. 3 FeV). Das ist eine Ermessensentscheidung, kein Automatismus. Was für Sie gilt, steht im Anordnungsschreiben der Behörde. Ausführlicher steht das im Ratgeber dazu, was bei einer MPU wegen zu vieler Punkte wichtig ist.

Warum die Punkte-MPU anders läuft als eine Alkohol- oder Drogen-MPU

Bei Alkohol und Drogen dreht sich vieles um Nachweise: Abstinenzbelege, Haaranalysen, Laborwerte. Bei Punkten gibt es die nicht. Kein Labor kann bestätigen, dass Sie seit einem Jahr die Geschwindigkeit einhalten. Übrig bleibt das psychologische Gespräch, und dort entscheidet, wie nachvollziehbar Sie Ihr eigenes Fahrverhalten erklären.

Der zweite Unterschied ist die Haltung. Wer wegen Alkohol kommt, weiß, dass etwas Ernstes passiert ist. Wer wegen Punkten kommt, hält die eigenen Verstöße oft für Pech oder für etwas, das ohnehin jeder macht. Diese Haltung ist im Gespräch nach wenigen Minuten sichtbar und der häufigste Grund für ein negatives Gutachten.

Typische Gutachterfragen bei der Punkte-MPU

Diese Fragen kommen in der einen oder anderen Form fast immer:

  • Zählen Sie mir Ihre Verstöße auf. Wann war das, wo, wie schnell waren Sie?
  • Was war in der Lebensphase los, in der sich die Punkte angesammelt haben?
  • Warum ausgerechnet auf dieser Strecke und zu dieser Uhrzeit?
  • Was haben Sie seitdem geändert, und woran würde ein Beifahrer das merken?
  • Was machen Sie beim nächsten Mal, wenn Sie zu spät losfahren?

Im Netz kursieren Listen mit Fragen und passenden Antworten. Die schaden mehr, als sie nützen. Gutachterinnen und Gutachter hören auswendig gelernte Sätze heraus und fragen dann so lange nach, bis nichts mehr trägt. Wie eine Begutachtung stattdessen abläuft, steht unter MPU beim ersten Mal bestehen.

Was Sie bis zum Termin ändern müssen

Verlangt wird kein guter Vorsatz, sondern eine Änderung, die Sie an Beispielen aus Ihrem Alltag belegen können. Wer sagt „ich fahre jetzt langsamer“, hat nichts gesagt. Wer erklärt, dass er morgens zwanzig Minuten früher aufsteht, weil die Punkte alle auf dem Weg zur Frühschicht entstanden sind, hat etwas gesagt.

Dafür brauchen Sie Zeit, bevor der Termin steht. Eine Änderung, die zwei Wochen alt ist, überzeugt niemanden. Wie eine MPU-Vorbereitung abläuft, habe ich dort beschrieben. Wenn Sie der Termin blockiert, hilft der Text zu Ängsten vor der MPU.

Was die MPU wegen Punkten kostet und wie lange sie dauert

Die Gebühr für die Begutachtung ist gesetzlich geregelt und hängt von der Fragestellung ab. Bei Punkten liegt sie im mittleren dreistelligen Bereich und damit meist unter den Alkohol- und Drogenfragestellungen, weil keine Laborbefunde ausgewertet werden. Den genauen Betrag nennt Ihnen die Begutachtungsstelle, bei der Sie buchen. Dazu kommen die Behördengebühr für die Neuerteilung und die Vorbereitung. Was zusammenkommt, rechnen wir im Erstgespräch durch.

Die Sechsmonatsfrist ist eine Untergrenze, kein Richtwert. Rechnen Sie mit der Bearbeitungszeit der Behörde und mit Wartezeiten auf einen Begutachtungstermin. Die Vorbereitung dauert im Schnitt 6 bis 12 Wochen und lässt sich in diese Zeit legen. Wie sich die einzelnen Zeitspannen zusammensetzen, steht unter wie lange eine MPU dauert.

Vorbereitung mit mir

Am Anfang steht ein kostenloses Erstgespräch von etwa 20 Minuten, per Video oder Telefon. Sie schildern Ihre Situation, ich sage Ihnen, was die Behörde in Ihrem Fall verlangen wird und wie lange es realistisch dauert. Danach entscheiden Sie in Ruhe.

Unverbindlich und vertraulich. Als Diplom-Psychologin unterliege ich der Schweigepflicht.

Unsicher, was in Ihrem Fall gilt?

Im kostenlosen Erstgespräch ordnen wir Ihren Anlass ein und sagen Ihnen, welche Nachweise Sie wirklich brauchen. Unverbindlich und vertraulich.