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MPU wegen Alkohol: Vorbereitung, die zum Gutachten passt

MPU wegen Alkohol bedeutet: Die Behörde zweifelt daran, dass Sie Trinken und Fahren zuverlässig trennen können, und dieser Zweifel muss im Gespräch nachvollziehbar ausgeräumt werden. Ich habe knapp 13 Jahre an einer amtlich anerkannten Begutachtungsstelle gearbeitet und über 8.000 MPU-Gutachten selbst erstellt. Die Alkoholfragestellung gehört dort zu den häufigsten Anlässen.

Auf dieser Seite steht, wann die Behörde eine MPU wegen Alkohol anordnet, wie der Untersuchungstag abläuft, wann Abstinenznachweise verlangt werden und wovon Ihr Zeitplan wirklich abhängt.

Wann eine MPU wegen Alkohol angeordnet wird

Der Anlass steht in Ihrer Akte, und er bestimmt die Fragestellung, die die Behörde an die Begutachtungsstelle schickt. In der Regel wird eine MPU bei Alkohol am Steuer angeordnet, wenn Sie mit 1,6 Promille oder mehr gefahren sind oder wenn es mehr als eine Alkoholfahrt gab. Je nach Bundesland und Einzelfall kann auch ein niedrigerer Wert genügen, sofern weitere Anhaltspunkte hinzukommen.

Dahinter steht eine einfache Überlegung: Wer mit einem hohen Wert noch fahrfähig wirkt, hat eine Giftfestigkeit aufgebaut, die sich mit gelegentlichem Trinken nicht erklären lässt. Genau darauf zielt das Gespräch später ab. Welche Stelle Sie begutachtet, dürfen Sie übrigens selbst wählen, die Unterschiede zwischen den Begutachtungsstellen sind kleiner, als oft behauptet wird.

Wie die MPU bei Alkohol am Steuer abläuft

Der Ablauf der MPU ist bei Alkohol im Kern immer gleich und verteilt sich auf einen Termin von meist drei bis vier Stunden:

  • Fragebogen. Angaben zu Person, Vorgeschichte und Trinkverhalten, oft am Anfang des Tages.
  • Medizinische Untersuchung. Körperliche Befunde, Blutwerte und die Frage, ob Ihre Angaben zum Konsum dazu passen.
  • Leistungstest. Reaktion, Aufmerksamkeit und Konzentration am Rechner. Dieser Teil fällt vielen leichter, als sie erwarten.
  • Psychologisches Gespräch. Etwa 45 bis 60 Minuten mit einer Verkehrspsychologin oder einem Verkehrspsychologen. Hier entscheidet sich das Gutachten.

Im Gespräch geht es nicht um Reue, sondern um Nachvollziehbarkeit. Sie sollen erklären können, wie es zu der Fahrt kam, was sich seitdem an Ihrem Umgang mit Alkohol geändert hat und woran das im Alltag erkennbar ist. Auswendig gelernte Sätze fallen in dieser Situation sofort auf. Wenn Ihnen vor allem der Gesprächsteil Sorge macht, hilft der Beitrag zu Ängsten vor der MPU.

Die drei Teile werden am Ende zusammengeführt. Wenn Ihre Angaben im Fragebogen, die Laborwerte und das, was Sie im Gespräch erzählen, nicht zueinander passen, wird dieser Widerspruch im Gutachten benannt. Das ist einer der häufigsten Gründe für ein negatives Ergebnis, und er lässt sich vorher ausräumen.

Abstinenz oder kontrolliertes Trinken?

Diese Frage entscheidet über Ihren gesamten Zeitplan, und sie wird nicht von Ihnen entschieden, sondern von Ihrer Vorgeschichte. Bei sehr hohen Promillewerten, mehreren Alkoholfahrten oder Hinweisen auf eine Abhängigkeit führt in der Regel kein Weg an nachgewiesener Abstinenz vorbei. In anderen Fällen kann ein belegbar verändertes, kontrolliertes Trinkverhalten ausreichen.

Abstinenznachweise laufen je nach Anlass sechs oder zwölf Monate und müssen festen Vorgaben folgen, sonst werden sie später nicht anerkannt. Was in welchem Fall verlangt wird, steht ausführlich unter kontrolliertes Trinken als Alternative zur Abstinenz und unter ohne Abstinenz zur MPU.

Wie lange dauert eine MPU wegen Alkohol?

Die Vorbereitung selbst dauert im Schnitt 6 bis 12 Wochen. Den Termin bestimmt sie aber selten. Wenn in Ihrem Fall Abstinenznachweise nötig sind, richtet sich alles nach deren Laufzeit, also nach sechs oder zwölf Monaten ab dem ersten gültigen Nachweis. Wer damit erst nach der Erstberatung anfängt, verliert diese Monate zusätzlich.

Deshalb klären wir im ersten Gespräch als Erstes, welche Nachweise Sie brauchen und ab wann sie laufen müssen. Das Gutachten selbst liegt nach dem Untersuchungstag üblicherweise innerhalb weniger Wochen vor. Den vollständigen Zeitplan finden Sie unter wie lange eine MPU dauert.

Wie ich Sie vorbereite

Wir lesen Ihre Akte gemeinsam, ordnen den Anlass ein und klären die Nachweisfrage. Danach arbeiten wir Ihre Geschichte auf, bis Sie sie in eigenen Worten erzählen können, und üben das Gespräch mit den Fragen, die tatsächlich gestellt werden. Wie diese Schritte aufeinander aufbauen, steht auf der Seite zur MPU-Vorbereitung.

Wenn Sie bereits ein negatives Gutachten haben, fangen wir an einer anderen Stelle an: bei dem, was darin bemängelt wurde. Dazu finden Sie mehr unter bei der MPU durchgefallen.

Am Anfang steht ein kostenloses Erstgespräch von etwa 20 Minuten, per Video oder Telefon. Sie schildern Ihre Situation, ich sage Ihnen ehrlich, was auf Sie zukommt.

Unverbindlich und vertraulich. Als Diplom-Psychologin unterliege ich der Schweigepflicht.

Unsicher, was in Ihrem Fall gilt?

Im kostenlosen Erstgespräch ordnen wir Ihren Anlass ein und sagen Ihnen, welche Nachweise Sie wirklich brauchen. Unverbindlich und vertraulich.